Was macht ein Kieferorthopäde?

Das Berufsbild eines Kieferorthopäden im Detail

Ein Kieferorthopäde behandelt Fehlstellungen der Zähne. Die Voraussetzung für die Berufsausübung sind das Studium der Zahnmedizin und ein anschließendes Zusatzstudium der Kieferorthopädie, darüber hinaus existieren vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten. Anschließend sind Kieferorthopäden in Kliniken und Praxen tätig.

Kieferorthopäde: Tätigkeitsgebiete

Die Behandlung von Patienten durch den Kieferorthopäden erfolgt nach der Überweisung durch den behandelnden Zahnarzt, der den entsprechenden Bedarf erkannt hat. Die meisten Kieferorthopäden arbeiten als selbstständige Fachärzte in einer kieferorthopädischen Praxis, vielfach handelt es sich um Gemeinschaftspraxen. Auch spezielle Zahnkliniken und Forschungseinrichtungen beschäftigen Kieferorthopäden. Einen kompetenten Kfo, welchen wir sehr empfehlen, ist der Kieferorthopäde Dr. Siegfried Keck Ravensburg/Weingarten.

Untersuchungs- und Behandlungsmethoden in der Kieferorthopädie

Die Aufgaben der Kieferorthopädie sind die Untersuchung und Korrektur von Fehlstellungen der Zähne und beider Kiefer. Die Fachbezeichnung für den Beruf lautet Dento-Maxilläre Orthopädie (= Kieferregulierung). Dazu gehört die Diagnose der Kiefergesundheit und der Zahnstellungen inklusive Röntgenaufnahme und Zahnabdruck, aus welchem der Kieferorthopäde ein individuelles Kiefermodell für die anschließende Behandlung erstellt. Das Modell lässt unter anderem erkennen, wie eine Zahnspange zum Einsatz kommen kann. Für die Behandlung lassen sich mehrere Arten von Zahnspangen einsetzen (fest oder herausnehmbar), zu deren Anwendung und Reinigung die Patienten beraten werden. Zahnregulierungen mit der Zahnspange kommen bei Kindern oft vor, sie sind auch bei Erwachsenen mit fast unsichtbaren Zahnspangen möglich. Im Zuge der Behandlung passt sie der Kieferorthopäde erstmalig dem Gebiss an und stellt sie dann während der mehrjährigen Behandlungsphase mehrfach nach, um die Zähne in die richtige Position zu bringen. Die Zahnspangen entsprechen dem Alter der Patienten, weil sich mit abgeschlossener Wachstumsphase der Behandlungsansatz verändert. Die Funktionskieferorthopädie behandelt bei Kindern und Jugendlichen die skelettalen Strukturen, während die Orthodontie die Zähne bewegt, was bei Erwachsenen zu einer Änderung der Zahnstellungen führt und in Grenzen auch bei Kindern angewendet wird. Eine weitere Möglichkeit bietet bei Kindern die dentofaziale Orthopädie durch die Wachstumsbeeinflussung der Kiefer. Sollten diese Methoden nicht genügen, erfolgt ein kieferchirurgischer Eingriff durch einen Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen. Für die Behandlung erstellen Kieferorthopäden Heil- und Kostenpläne, auch sorgen sie für die Abrechnung gegenüber den Krankenkassen beziehungsweise privat zahlenden Patienten.

schöne Zähne nach Behandlung
Ergebnis einer kieferorthopädischen Behandlung

Aus- und Weiterbildung von Kieferorthopäden

Die Ausbildung beginnt mit dem Studium der Zahnmedizin, das mit der Prüfung und Erlangung der Approbation abschließt. Schon während dieses Studiums beginnen die meisten späteren Kieferorthopäden wie auch andere Zahnärzte mit ihrer Facharztweiterbildung. Nach Abschluss dieser dreijährigen Weiterbildung sind sie „Fachzahnärzte für Kieferorthopädie“ oder „Zahnärzte für Kieferorthopädie“ oder „Kieferorthopäden“, die Bezeichnung legt die zuständige Zahnärztekammer fest. Die Weiterbildung erfolgt in Vollzeit und kann auch in Zahnarztpraxen oder Kliniken durch weiterbildungsbefugte Zahnärzte stattfinden, jedoch ist mindestens ein Jahr der Weiterbildung (gegebenenfalls auch die gesamte Weiterbildung) an einer Universitäts-Zahnklinik zu absolvieren. Es gibt Zahnärztekammern, die den Nachweis eines vierten allgemeinzahnärztlichen Jahres verlangen. Die Abschlussprüfung nimmt ein Prüfungsausschuss der Zahnärztekammer ab. Eine zusätzliche Weiterbildung zum Oralchirurgen ermöglicht das Durchführen chirurgischer Eingriffe. Auch die umfassendere Weiterbildung zum Kiefer-, Mund- und Gesichtschirurgen ist möglich, die zusätzlich das Studium der Humanmedizin voraussetzt. Fortbildungen betreffen unter anderem

  • neue Zahnkorrekturmethoden,
  • die ästhetische Schienentherapie,
  • die Kieferorthopädie im Milchgebiss sowie
  • verwaltungstechnische Aspekte.
  • Hintergrund der Ausbildung zum Kieferorthopäden

Für Patienten und angehende Zahnärzte ist wichtig zu wissen, dass die Weiter- und Fortbildung neben dem vermittelten Wissen den Zweck hat, die entsprechende Berufsbezeichnung mit dem Zusatz “Kieferorthopädie” tragen zu dürfen, die auf diese Spezialisierung verweist. Jedoch kann jeder Zahnarzt kieferorthopädische Maßnahmen etwa mit einer Zahnspange durchführen, denn nach seinem abgeschlossenen Studium der Zahnmedizin darf er das gesamte Behandlungsspektrum anbieten. Das legt die deutsche Approbationsordnung fest. Die Weiterbildung wird aber angestrebt, denn es gibt in Deutschland nur wenige Möglichkeiten der Ausbildung zum Fachzahnarzt: Kieferorthopädie, Oralchirurgie, Zahnarzt im Öffentlichen Gesundheitswesen und (nur in Münster) Parodontologie.